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Häusliches Arbeitszimmer: Bloße Belegsammlung reicht nicht aus
Der Bundesfinanzhof hat die Aufzeichnungspflicht von Selbstständigen für ein häusliches Arbeitszimmer konkretisiert. Werden diese Anforderungen nicht eingehalten, sind die Aufwendungen grundsätzlich nicht abzugsfähig.
Der Kläger übte seine selbstständige Tätigkeit in dem als Arbeitszimmer eingerichteten Dachgeschoss seines Eigenheims aus. Daneben nutzte er eine im Erdgeschoss gelegene Bibliothek. Die in seiner Steuererklärung geltend gemachte AfA auf unbewegliche Wirtschaftsgüter sowie Aufwendungen für das Arbeitszimmer erkannte das Finanzamt jedoch nicht in voller Höhe an.
Das Finanzgericht wies die Klage mit der Begründung ab, dass die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer bereits dem Grunde nach nicht berücksichtigungsfähig seien. Der Kläger habe seine Aufzeichnungspflichten aus § 4 Abs. 7 Satz 1 EStG nicht erfüllt. Nach dieser Vorschrift müssen die Aufwendungen einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden.
Aufzeichnungspflicht muss genau eingehalten werden
Der BFH bestätigte diese Auffassung mit Urteil vom 24.03.2026 (Az. VIII R 6/24). Sämtliche Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer und dessen Ausstattung müssten einzeln und zeitnah in einer besonderen Spalte der Ausgabenaufzeichnungen, zumindest aber gebündelt in einem gesonderten Dokument aufgezeichnet werden. Eine bloße Belegsammlung reiche nicht aus.
EÜR-Formular genügt Anforderungen nicht
Im Streitfall fehle es an einer solchen Aufzeichnung. Der Kläger habe die Belege über das Jahr gesammelt und erst bei Erstellung der Steuererklärung eine Aufstellung über sämtliche Gebäudekosten gefertigt. Auch die Erfassung der Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer im Formular der Einnahme-Überschussrechnung genüge den Erfordernissen des § 4 Abs. 7 EStG an eine Einzelaufzeichnung nicht. Das Formular sehe lediglich eine gesonderte Erfassung der Abschreibungsbeträge sowie im Übrigen die Angabe einer Gesamtsumme für das Arbeitszimmer vor.
(BFH / STB Web)
Artikel vom 18.05.2026
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